Bild © Hells Angels MC Vorarlberg

HELLS ANGELS MC VORARLBERG

Eine Multimedia-Reportage von VOL.AT und WANN & WO

Die Welt der "Höllen-Engel"

 
Bild © MiK




40 Jahre Hells Angels MC Vorarlberg: WANN & WO und VOL.AT erhielten exklusive Einblicke in das Wolfurter Charter!   

Um kaum einen Motorrad Club ranken sich so viele Gerüchte und Mythen wie um die Hells Angels. Der am 17. März 1948 in Kalifornien gegründete Club, dessen Mitglieder meist begeisterte Harley-Fahrer sind, polarisiert wie kein anderer. Das Wolfurter Charter war die erste Niederlassung des Clubs in Österreich und ist nach Hamburg und Zürich das drittälteste Charter auf dem europäischen Festland. 


 

Eigentlich halten sich die Höllenengel im Umgang mit den Medien eher bedeckt.

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens gewärten die Vorarlberger Hells Angels erstmals einem Team von WANN & WO und VOL.AT exklusive Einblicke ins Wolfurter Clubhaus, um einen unverfälschten Einblick ins Clubleben zu erhalten. Nachfolgend präsentieren wir ein umfangreiches Interview mit Sergeant At Arms sowie „Blue Eyed Devil“ Tschuge und Impressionen aus der 40-jährigen Geschichte des heimischen Motorrad Clubs.


 

Das Gründungsjahr

1976 wurden das Charter des Hells Angels MC in Vorarlberg gegründet. Es war das erste Charter der "Höllenengel" in Österreich und nach Hamburg und Zürich das dritte auf dem europäischen Festland. Damit zählt es zu den ältesten Chartern überhaupt.

Die Gründungs-Crew entstammt aus den Devil's Advocats. Die Vorarlberger schlossen in den 1970er-Jahren erste Kontakte zu den Hells Angels in Zürich und reisten dann in die USA um die Erlaubnis für die Gründung eines Hells Angels Charters in Österreich zu erhalten.


 


 
Bild © MiK

HAMC: Die Strukturen

  1. President – Leitung des Charters
  2. Vice-President – Stellvertreter des President
  3. Secretary – Verwaltung
  4. Sergeant at Arms – zuständig für die Disziplin im Club
  5. Treasurer – Schatzmeister
  6. Road Captain – Organisation der Motorradkonvois
  7. Member – Mitglied
  8. Prospect – Anwärter auf den Memberstatus
  9. Hangaround – Anwärter auf den Prospectstatus
  10. Supporter – Unterstützung eines Charters, kein Mitglied
 

"Probleme löst man clubintern"

Sergant at Arms, Tschuge

Im Interview mit WANN & WO und VOL.AT spricht ‚ Sergeant at Arms, Tschuge, über seinen Club.

WANN & WO: Seit wann bist du beim Club und wieso hast du dich damals entschieden, beizutreten? 

SAA Tschuge: Ich bin seit 16 Jahren dabei. Zuerst war ich in einem kleineren Club, ich wollte aber immer schon zu den Hells Angels, weil es einfach die größte Bruderschaft unter den weltweiten Motorrad Clubs ist.  


WANN & WO: Welche Aufgaben haben die Hells Angels in Vorarlberg? Wie viele Mitglieder zählt ihr? 

SAA Tschuge: Wir haben keine speziellen Aufgaben. Wir sind einfach ein Verein, bei dem jeder zu 100 Prozent zum anderen steht. Als Repräsentanten der Vereinigung unterstützen wir den Club und zollen ihm Respekt  beispielsweise bei gemeinsamen Ausfahrten, Beerdigungen von anderen Mitgliedern oder bei Partys. Im Ländle haben wir aktuell 20 vollwertige Mitglieder und einen starken Nachwuchs. 


WANN & WO: Welche Kriterien muss man erfüllen, um mitzumachen? 

SAA Tschuge: Man muss sich voll und ganz für den Club entscheiden, dann wächst man „Step by Step“ hinein. Bei uns ist das Fahren einer Harley Pflicht, ich bin stolzer Besitzer einer Street Glide. 


WANN & WO: Wie kam es zur Gründung des Vorarlberger Charters?  

SAA Tschuge: Unsere Gründungsmitglieder, von denen fünf noch aktiv sind, haben 1975 angesucht, Hells Angels zu werden. Entstanden ist der Verein aus den damaligen „Devil’s Advocates“, die in den Kontakt mit den Hells Angels aus Zürich traten. Nach Besuchen von Migliedern aus Hamburg und Kalifornien stand der Gründung des Charters in Vorarlberg nichts mehr im Wege. Wir genießen europaweit einen hohen Stellenwert. 


WANN & WO: Trauerkorso für Django oder Bull 81, wie eng sind die Bande in eurem Club? 

SAA Tschuge: Ich glaube, das ist für Außenstehende schwer nachvollziehbar. Der Club steht voll und ganz zu seinen Mitgliedern und deren Familie.Niemand wird fallen gelassen. 


WANN & WO: Was bedeutet es für dich, ein Mitglied des Clubs zu sein? 

SAA Tschuge: Ich denke, es gibt keinen anderen Club, wo man sagen kann, ich bin auf der ganzen Welt daheim. Diesen Zusammenhalt suchen viele Leute. Respekt genießt oberste Priorität. 


WANN & WO: Mit welchen Konsequenzen muss man rechnen, wenn man nicht „clubgemäß“ handelt? 

SAA Tschuge: Diebstahl, Lügen oder die Frau eines anderen anmachen sind absolut tabu. Probleme werden clubintern gelöst, das behalten wir uns vor. 

SAA Tschuge im Video-Interview

WANN & WO: Der Traum vom Outlaw wie in Sons Of Anarchy: Wie viel Realität steckt in der Serie? 

SAA Tschuge: Sie ist weit entfernt vom echten Leben. Sonst wäre es ja auch langweilig für die Zuschauer, die wollen Action und Kriminalität sehen, was auch die Regisseure gerne aufgreifen. Wenn wir etwas Gutes machen, wird nicht darüber berichtet. Sobald Hells Angels an Schlägereien oder Ähnlichem beteiligt sind, wird gern und breit darüber informiert.  


WANN & WO: Zuerst Black Jackets, Sondame, jetzt Osmanen Germania, Messerattacke auf einen Türsteher im Sender: Wie beurteilst du die aktuellen Entwicklungen in der Szene? 

SAA Tschuge: Die Hells Angels waren immer schon beliebte Sündenböcke. Die Vorarlberger Motorrad Club-Szene pflegt einen freundschaftlichen Umgang. Die Biker Union trifft sich regelmäßig und bespricht die Probleme. Schon viele haben versucht, in Vorarlberg Fuß zu fassen. Noch kein einziger Club hat das geschafft. Wir sind keine Großstadt und haben auch keinen Platz für andere.

 

WANN & WO: Kriminalität, Prostitution, Drogenhandel: Die Hells Angels, vor allem große Chapter aus Holland oder Deutschland, werden oft in Zusammenhang mit kriminellen Taten gebracht. Wie stehst du zu diesen Vorwürfen?

SAA Tschuge: Dass bei einem Club dieser weltweiten Größenordnung auch mal schwarze Schafe dabei sind, das können und wollen wir nicht abstreiten. Wenn ein Pfarrer pädophil ist, ist aber auch nicht gleich die ganze Kirche pädophil. Wenn jemand einen Fehler macht, ist es nicht der Fehler der Hells Angels, sondern von der Person, die dann auch dafür gerade stehen sollte – und nicht der ganze Club.

 

WANN & WO: Wie finanzieren sich die Hells Angels – Stichwort Türsteher-Szene? 

SAA Tschuge: Ich glaube, in Vorarl­berg gibt es keine Türen, an denen man Geld machen könnte. Bei den hiesigen „Kinder-Discos“ könnte man höchstens Bananenmilch verkaufen.

 

WANN & WO: Ist das Vorarlberger Charter strategisch wichtig für die Hells Angels, ich denke z.B. an Drogenrouten wie Holland – Schweiz? 

SAA Tschuge: Absolut nicht, wir fahren einfach gerne Motorrad – im Schnitt fährt jeder mindestens 40.000 Kilometer im Jahr. Von anderen Sachen distanzieren wir uns ganz klar.

 

WANN & WO: Am 7. Mai feiert ihr eine große Party in der Messehalle. Was dürfen sich die Gäste erwarten? 

SAA Tschuge: Nach dem Erfolg der 35-Jahr-Feier möchten wir die ganze Bevölkerung einladen, gemeinsam mit uns das 40-jährige Jubiläum in der Dornbirner Messe Wirtschaftshalle zu feiern. Bei freiem Eintritt haben wir ein großartiges Lineup mit den Monroes, Meisterrocker, einem ägyptischen Alleinunterhalter uvm. organisiert. Hells Angels aus der ganzen Welt, wie aus den USA, Kanada, Australien, werden anreisen. Auch befreundete Motorrad Clubs aus Kuwait, Ägypten und von überall her haben sich bereits angekündigt. Wir wollen einfach der Bevölkerung die Möglichkeit geben, sich selbst ein Bild von uns zu machen.

 

WANN & WO: Ist mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen von Seiten der Polizei zu rechnen? 

SAA Tschuge: Auf der 35 Jahr-Feier hatten wir ein Riesen-Polizei-Aufgebot – alles lief aber reibungslos, was sicherlich die Frage aufwirft, ob es das aus Kostensicht überhaupt braucht. Wenn die Polizei das wünscht, sind wir natürlich für Gespräche offen.


 

Der Aufnahmeprozess: Wie wird man ein "Höllen-Engel"?

 

Das bedeuten die Badges der Hells Angels


 

HAMC in Wolfurt I. 
Einblick in die Klublokal: 360 Grad Bild

40 Jahre HAMC Vorarlberg - Blick ins Clublokal - Spherical Image - RICOH THETA



 

HAMC Charter in Wolfurt II.

Vorarlberger "Höllen-Engel": Der Abstimmungsraum

HAMC Vorarlberg feiert 40 jähriges Jubiläum - Einblick in das Clubhaus - Spherical Image - RICOH THETA




 
Bild © MiK

Ein Blick in die hauseigene Harley-Werkstatt

"Mein Bike ist meine Geliebte, mein Stolz, meine Freude. Wir von den Hells Angels unterscheiden uns von all den anderen Motorradfahrern durch unsere Maschinen und die Art und Weise, wie wir sie fahren. Unsere Bikes, das sind wir."

Sonny Barger, Gründungsmitglied der Hells Angels


 

Hells Angels MC weltweit




 

Ein "Hells Angel" ist man über den Tod hinaus

Die Verabschiedung von Bull81

 

40 Jahre Hells Angels MC Vorarlberg

Party
Wann:
7. Mai 2016, ab 18 Uhr
Wo: Messehalle, Dornbirn
Everybody welcome

On Stage:
The Monroes
Meisterrocker

...

 


 
Redaktion: Pascal Pletsch, Joachim Mangard, Marc Springer
Foto: Miro Kuzmanovic, handout/HAMC Vorarlberg